Pushback-Helfer: Eine neue Stufe der Gewalt

Im Oktober 2020 überquerte Salam* zusammen mit 15 Menschen aus Syrien und Afghanistan den Fluss Evros von Edirne in der Türkei nach Griechenland. Sie liefen bis zum nächsten Morgen durch den Wald auf der griechischen Seite des Grenzgebiets. Als sie sich ein paar Stunden ausruhten, wurden sie von der griechischen Grenzpolizei entdeckt. „Um 10 Uhr […]

Statement: Aufruf zu dringenden Konsequenzen für Griechenland und die Türkei wegen der andauernden Menschenrechtsverletzungen an den Grenzen

Mare Liberum dokumentiert und beobachtet die Menschenrechtssituation von Migrant:innen in der Grenzregion zwischen der Türkei und Griechenland. Seit dem Jahr 2020 ist ein starker Anstieg der Grenzgewalt gegen Menschen auf der Flucht zu verzeichnen. Zum einen, was die Anzahl, aber auch die Brutalität der Vorfälle betrifft.

Für einen guten Zweck abzugeben: Schiff MARE LIBERUM

Wir geben unser Schiff ab. Als Mare Liberum e.V. setzten wir das gleichnamige Schiff zur Menschenrechtsüberwachung in der Ägäis ein. Nach verschiedenen Versuchen, das Schiff zu blockieren, hat die griechische Regierung schließlich ein Gesetz erlassen, das es uns unmöglich macht, das Schiff weiterhin für diesen Zweck einzusetzen.

Pushbacks von den griechischen Inseln und auf dem Ägäischen Meer

Gewaltsame Pushbacks werden systematisch an europäischen Land- und Seegrenzen durchgeführt und stellen einen elementaren Teil des unmenschlichen Grenzregimes der EU dar. Durch die Zusammenfassung von acht Augenzeug:innenberichten von Pushback-Überlebenden in Griechenland und die Kontextualisierung mit öffentlichen Daten über Pushbacks und Migration in der Ägäis lassen sich Muster der brutalen Pushback-Praktiken an den griechischen Küsten und Gewässern aufzeigen.

Griechenland: Die Gewalt eskaliert und die Repression geht weiter

Geflüchtete werden kriminalisiert, Journalist:innen eingeschüchtert und Solidaritätsstrukturen zunehmend angegriffen. Mit repressiven Gesetzen und Strafverfahren aus fadenscheinigen Gründen versucht die griechische Regierung ihre Menschenrechtsverbrechen zu vertuschen und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Solidarität bekämpft: Gezwungen neue Einsätze zu entwickeln

Im Moment können wir unsere Monitoringmission auf See so nicht fortsetzen. Das bedeutet, dass wir einen Schritt zurücktreten werden, um eine neue Herangehensweise an unsere Arbeit zu entwickeln, damit wir weiterhin gegen illegal Pushbacks in der Ägäis kämpfen können.

CommemorAction, 30. Oktober 2021, Lesbos

Heute sind wir hier, um der Menschen zu gedenken, die durch das europäische Grenzregime ihr Leben auf See verloren haben.

Mare Liberum is back at Sea

We are once again returning to Europe‘s maritime border in the Aegean Sea: Our crew is currently on their way to the north of Lesvos, where most pushbacks happened in the past.

Pushback Quarterly Q3 2021

Pushbacks in der Ägäis nehmen drastisch zu. Trotz der wiederholten Dokumentation von Folter und Gesetzesverstößen finden Pushbacks in der Ägäis nicht nur weiterhin statt, sondern steigern sich in Bezug auf Gewalt und Anzahl.

Erschreckende Eskalation der Gewalt an den Grenzen: Höchste Zahl an Pushbacks seit 1,5 Jahren!

Im August zählten wir 63(!) Pushbacks mit 1.477 Menschen, die von den griechischen Behörden illegal zurückgedrängt wurden.

Mare Liberum e.V.

Gneisenaustraße 2a
10961 Berlin

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