Augenzeugenbericht: Illegaler Pushback durch die griechische Küstenwache

Für Sportboote in der Agäis gelten die offiziellen Bestimmungen zur Eindämmung von COVID-19, das bedeutet, dass die Mare Liberum nicht wie sonst an der türkisch-griechischen Grenze entlang fahren kann, um Menschenrechtsverletzungen zu beobachten, diese zu dokumentieren und öffentlich zu machen.

Jedoch überqueren weiterhin Menschen die türkisch-griechische Grenze per Gummiboot, um nach Europa zu gelangen und hier ein sicheres Leben zu führen. Zur Zeit sind sie der Küstenwache ungeschützt und unbeobachtet ausgesetzt. Wir erfahren immer häufiger von illegalen Einsätzen der griechischen Küstenwache, in welchen diese ohne Beobachtung noch rücksichtsloser gegen die Boote der Geflüchteten vorgehen, um zu verhindern, dass die Boote das griechische Festland erreichen.

Das Zurückdrängen und Behindern von Booten wird als “pushback” bezeichnet. Dieses Vorgehen verletzt nicht nur internationale Bestimmungen, sondern bedeutet akute Lebensgefahr für die Menschen an Bord der kleinen Gummiboote. Sie werden dem offenen Meer ohne Motor überlassen, damit sie wieder in Richtung des türkischen Festland zurück treiben.

Diese Einsätze der Küstenwache, welche Menschen gefährden und deren Tod in Kauf nehmen, müssen beendet werden! Die Mare Liberum muss ihre Mission wieder aufnehmen, um Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und damit die Arbeit der Küstenwache zu kontrollieren. 

Uns liegt ein Augenzeugenbericht über ein “pushback” vor, in welchem genau beschrieben wird, wie die “Grenzschützer” vorgehen.

Augenzeugenbericht eines illegalen Pushbacks.

Der Zeuge beschreibt, dass sie eine Gruppe von etwa 30 Personen waren, die in einem Gummiboot das griechische Festland ansteuerten. Unter ihnen waren zwei kleine Kinder und ein Baby. Ein Schiff der griechischen Küstenwache fuhr an ihr Boot heran und die griechischen Grenzbeamten schrien auf die Menschen ein, schlugen auf das Schlauchboot und schossen in die Luft. Sie forderten die Gruppe auf den Motor anzuhalten und ihre Handys wegzustecken, damit sie diese nicht zum Filmen benutzen können. Einer der Beamten ging an Bord des Gummibootes, entfernte den Motor und liess ihn ins Meer fallen. Daraufhin kehrte er zurück auf das Schiff der Küstenwache, welches anschließend wieder wegfuhr. Die Menschen auf dem Gummiboot riefen verzweifelt um Hilfe. Eine Panik, die zum Kentern des Bootes geführt hätte, konnte zum Glück verhindert werden. Nach etwa einer Stunde näherte sich ein Schiff der türkischen Küstenwache, das die Menschen aufnahm und ans türkische Festland zurück brachte.

Unsere Forderung bleibt weiterhin: Freedom of movement, Grenzen auf!

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