Einträge von Mare Liberum

Moria 2.0 – Die Reproduktion von Unmenschlichkeit

Nach jahrelangem Wegschauen seitens der EU und Griechenlands ist das Geflüchtetenlager Moria auf Lesbos in der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 komplett abgebrannt. Aber die zugrunde liegenden Strukturen bestehen weiter und reproduzieren die Ungerechtigkeit nur an einem anderen Ort.

COVID-19 auf den kleineren griechischen Inseln

Die Situation in den Lagern auf Kos und Leros ist etwas speziell, da es sich um weitgehend “geschlossene” Lager handelt. Da die Lager und die Inseln, die sie beherbergen, viel kleiner sind, gibt es weniger Solidaritätsnetzwerke und sehr wenig Informationen über die aktuelle Situation.

500 Millionen zur Abschottung

Im Juli 2020 hat die EU der Türkei weitere knapp 500 Millionen Euro im Rahmen des sogenannten „EU-Türkei-Deals“ bewilligt. Im Rahmen des 2016 geschlossenen Abkommen, sind von der EU an die Türkei bisher über 6 Milliarden unter Auflagen überwiesen worden. Die Europäische Union hat die türkische Regierung eingespannt, um den weiteren Zuzug von Geflüchteten gewaltsam zu unterbinden.

Quarantäne Camps – erhöhtes Ansteckungsrisiko

Die anfängliche Mutmaßung, dass COVID-19 alle gleich machen würde, stellte sich schnell als inkorrekt heraus, besonders aus Lesbos. Während Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und Vermögen nicht biologisch bestimmen, wer sich am wahrscheinlichsten mit COVID-19 infiziert, bestimmen diese als soziale Faktoren wie komfortabel und effizient Menschen sich von einer Infizierung mit dem Virus schützen können.

Wave of Hope for the Future School in Moria

Atiye und Mahtab aus Afghanistan leben seit einem Jahr in Moria. Sie sind 13 und 15 Jahre alt und lernbegierig. Aber Kinder, die in Moria oder anderen EU-Hotspots in Griechenland leben, dürfen keine regulären griechischen Schulen besuchen, und es gibt keine formale Bildung für die Kinder in den Lagern.

Die tödliche Grenze in der Ägäis

Am 29. Juni 2020 barg die türkische Küstenwache ein Schlauchboot in Seenot. Das Boot hatte bereits griechische Gewässer erreicht und wurde dort von der griechischen Küstenwache gestoppt. Anstatt die Menschen aus dem absolut seeuntauglichen Schlauchboot zu retten, wie es ihre Pflicht wäre, hat die Küstenwache den Flüchtenden das Benzin abgenommen und die 40 Menschen in dem Boot zurück in türkische Gewässer gedrängt.

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