Zahllose Pushbacks

Obwohl es mittlerweile zahlreiche Berichte über Pushbacks und Grenzgewalt in der Ägäis gibt, ist es nach wie vor sehr schwer, an konkrete Daten zu kommen. Das Sammeln von Informationen über Rechtsbrüche und Pushbacks im Speziellen, ist in einem extrem militarisierten Grenzgebiet, wie der Ägäis eine schwierige Aufgabe. So setzen die verantwortlichen Akteur:innen, sei es die griechische Küstenwache oder auch Frontex, alles daran, die eigenen Menschenrechtsverbrechen zu verdecken.

Unsere Zahlen setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Dazu zählen neben eigenen Beobachtungen vor allem Informationen von Organisationen, wie Aegean Boat Report, dem Alarmphone oder Josoor. Eine besondere Rolle spielen die Daten der türkischen Küstenwache. Diese sollten dabei stets vor dem Hintergrund einer möglichen politischen Instrumentalisierung durch die türkische Regierung betrachtet werden. Auch deshalb versuchen wir, mehrere Quellen für die einzelnen Fälle zu finden und die Informationen abzugleichen.

Über das letzte Jahr hat die türkische Küstenwache eine eigene Datenbank mit allen von ihnen verzeichneten Pushbacks veröffentlicht. Gleichzeitig wurde die Dokumentation von Grenzgewalt durch unabhängige Aktivist:innen und Organisationen durch Repressionen in Griechenland maßgeblich erschwert.

Die Zahlen und Fakten, die wir in diesem Bericht auswerten haben aufgrund der schlechten Datenlage keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Allerdings gibt es einige Gründe, weshalb wir sie dennoch benutzen. Die Anzahl der verzeichneten Pushbacks ist zum Ende des Jahres 2021 angestiegen, unterscheiden sich jedoch im Durchschnitt nicht viel von den Zahlen des letzten Jahres. Nicht nur die Anzahl der Fälle, sondern auch die beschriebenen Praktiken der griechischen Küstenwache decken sich häufig mit Berichten von unabhängigen Organisationen, weshalb von ihrer Echtheit auszugehen ist.

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